Das Gehirn



 Gehirn und Rückenmark (ZNS)

Beim Menschen und den übrigen Wirbeltieren fasst Gehirn und Rückenmark man unter dem Begriff Zentralnervensystem zusammen.

Die Leistungen des Hirns werden gern als selbstständige, nicht vom übrigen Organismus abhängige Parameter betrachtet. Es sei vordringliche Aufgabe, den Organismus zu steuern und ihn so an die Anforderungen des Lebens anzupassen. Das Außen bestimme die Funktion. Man spricht von psychosomatischen Zusammenhängen. Aber das ist eine einseitige Betrachtung, denn die Leistungsfähigkeit des Hirns ist vom Zustand des  Organismus abhängig. Der Zorn kommt aus der Leber, sagt die traditionelle chinesische Medizin und die Depression aus der Niere. Unsere mentale Situation ist unabhängig von den Anfechtungen dieser Welt eben besser, wenn innen alles gut funktioniert. Stimmt der Stoffwechsel und haben wir genug Kraft werden wir mit den Belastungen im sozialen Bereich fertig. Tatsächlich können wir besser sehen, wenn wir ausgeruht sind und der Leberstoffwechsel in Ordnung ist oder haben Probleme mit den Ohren, wenn die Nieren schwach sind und der Harnstoffwechsel gestört ist.
Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, dass das Gehirn ein Organ ist, das nur in dem Maße, wie es versorgt wird, funktioniert. Wie wichtig das ist, zeigt die Tatsache, dass das Gehirn an allen Störungen des Organismus beteiligt ist, dass die Hirnfunktion Teil eines Selbstregulierungsprozesses des Organismus ist.

Mit der Ohrakupunktur sind solche Prozesse aufspürbar und wir haben dank unserer Strategie die Möglichkeit in solche Zusammenhänge hinein zu wirken. Sowohl für die Bewertung der sich darstellenden Zusammenhänge als auch für die aktive Einflussnahme bei besonderen Geschehen ist es daher wichtig, die Abbildungen des Hirns und die zu erwartenden Reaktionen bei der Behandlung zu kennen. Daher dieser kleine Exkurs.

Das Gehirn

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Großhirn (Endhirn ohne Endhirnkerne)

Das Großhirn ist der größte Abschnitt des menschlichen Gehirns mit mehr als 80% des Gehirngewichtes und überdeckt große Teile des Zwischenhirns sowie Hirnstamms und ist das Zentrum unserer Wahrnehmungen, unseres Bewusstseins, Denkens, Fühlens und Handelns.

Es besteht aus 2 Hemisphären welche in der Tiefe durch Kommissuren verbunden sind. Jede Hemisphäre ist in 5 Lappen unterteilt. Ähnlich anderen Abschnitten des Gehirns besteht es aus grauer und weißer Substanz. Aus grauer Substanz bestehen die Großhirnrinde (Cortex cerebri) und die paarigen Endhirnkerne. Der Cortex ist für Informationen, die ihn erreichen, die höchste Verarbeitungsebene, ist selbst aber auch nur ein Glied komplexer Regelkreise. Unter der Großhirnrinde liegt als Mark  die weiße Substanz bestehend aus markreichen und marklosen Nervenfasern.

Hinter der funktionellen Gliederung der Großhirnrinde stecken im Wesentlichen folgende Funktionen:

  • Der Frontallappen wird für die motorischen Funktionen, für Antrieb und Leistungswille verantwortlich gemacht.
  • Der Parietallappen hat allgemeine sensorischen Funktionen.
  • Der Okzipitallappen und die hinteren Parietallappen bedienen die visuellen Systeme.
  • Der obere Abschnitt des Temporallappens und die Insel mit dem auditiven System sowie die basalen vorderen Abschnitte des Temporallappens haben mit Speicherfunktionen (Gedächtnis, Erinnerung) zu tun.
  • Der Temporallappen  ist für das Verarbeiten und Erinnern sensorischer Eindrücke einschließlich der individuellen Vorstellungswelt verantwortlich.
  • Das limbische System vermittelt die aus der Tiefe aufsteigenden Emotionen an die Großhirnrinde, wobei offenbar eine Integration von gespeicherten Informationen und früheren Erkenntnissen erfolgt. 

Weiter wird die Großhirnrinde noch in primäre und sekundäre Rindenfelder (motorische, somatosensible, akustische usw..) sowie Supplementärfelder eingeteilt. Die beiden spiegelbildlich aufgebauten Hirnhälften sind funktionell nicht gleichwertig, einige Funktionen oder Teilfunktionen des Gehirns werden bevorzugt in einer der beiden Gehirnhälften ausgeführt. Die Aufteilung von Prozessen auf die rechte und linke Hälfte wird als Lateralisation bezeichnet, das motorische Sprachzentrum (Broca) ist z.B. nur auf einer Seite vorhanden.

Graue Substanz

Als graue Substanz bezeichnet man die Gebiete des Zentralnervensystems, die vorwiegend aus Nervenzellkörpern bestehen. Sie liegt im Gehirn (außen) und im Rückenmark (innen) und besteht vorwiegend aus den Zellkörpern der Nervenzellen. Im Gehirn  findet man die graue Substanz daher u.a. als Rinde (Cortex) des Groß- und Kleinhirn sowie in den Kerngebieten wie die Basalganglien des Endhirns sowie weitere Kerngebiete des Zwischenhirns, des Mittelhirns, des Rautenhirns und des Kleinhirns. Die graue Substanz wird mantelförmig durch weiße Substanz umgeben und die im Wesentlichen aus markhaltigen und marklosen Nervenfasern und Glia besteht. Diese Strukturen gehören entweder zum Eigenapparat der einzelnen Hirnregionen oder zum Verbindungsapparat, der die verschiedenen Hirnabschnitte verbindet. Dabei handelt es sich zum Teil um lange Bahnsysteme, die auf- und absteigend durch Gehirn und Rückenmark verlaufen.

Kleinhirn

Der zweitgrößte Gehirnabschnitt ist das Kleinhirn und gehört zusammen mit der Brücke (Pons) zum Metencephalon. Es gliedert sich grob in 3 Hemisphären. Im Inneren besteht es aus dem Mark und der Rinde (Cortex cerebelli). Durch Kleinhirnstile (Pedunculi) ist es mit dem Hirnstamm verbunden (Verbindungen zur Medulla oblongata, Brücke und zum Mittelhirn!).

Das Kleinhirn ist das Regulationsorgan für die Motorik und dient zusammen mit dem Labyrinthorgan der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts sowie (zusammen mit anderen Gebieten wie der Formatio reticularis, dem Thalamus usw.) der Aufrechterhaltung des Muskeltonus und der Koordination der gesamten Muskelbewegung. Hier werden Kurskorrekturen eingeleitet und mit Stütz- und Zielmotorik koordiniert. Das Kleinhirn „glättet“ nach Verarbeitung eingehender Informationen aus anderen Hirngebieten den Bewegungsentwurf des Cortex.

Zwischenhirn

Das Zwischenhirn gliedert sich in Epithalamus, Thalamus, Metathalamus, Subthalamus und Hypothalamus. Das Zwischenhirn regelt zusammen mit anderen Zentren auch die Körpertemperatur, den Wasserhaushalt sowie weitere lebenswichtige Körperfunktionen. Die Zirbeldrüse (Epiphyse) oder Zirbeldrüse ist für die biologische Uhr zuständig.

Der Thalamus ist die zentrale Schaltstation der sensorischen und motorischen Funktionen, er filtriert den Informationsfluss von den Sinnesorganen zum Großhirn. Unwichtiges wird nicht weitergemeldet. Damit schützt es das Gehirn vor Überlastung.

Der Hypothalamus ist eine Steuerungseinheit des vegetativen Nervensystems und übernimmt gleichzeitig zusammen mit der Hypophyse die Steuerung des  Hormonsystems. 

gehrin02-350Mittelhirn (Mesencephalon)

Das Mittelhirn ist ein kleiner wichtiger Abschnitt zwischen Rauten- und Zwischenhirn. Im Mittelhirn befinden sich Hirnnervenkerne.
Im Mittelhirn liegt ein optisches und akustisches Reflexzentrum. Hier liegen Steuerzentren für koordinierte Augenbewegungen und wichtige Zentren für Atmung, Kreislauf sowie das Brechzentrum.

Wichtige Strukturen des Mittelhirns sind der Nucleus ruber sowie die Substantia nigra. Funktionell gehört letztere zum motorischen System (die dopaminergen Neurone haben eine inhibitorische Funktion auf andere Kerngruppen) und ist für die Aufrechterhaltung des Muskeltonus, die Bewegungsausführung sowie für die Körperhaltung wichtig. Gibt es hier Störungen (Ist die Dopaminsynthese in den Neuronen der Substantia nigra gestört), treten die Symptome des Morbus Parkinson auf. Die Parkinsonerkrankung beruht in erster Linie auf eine Degeneration von Neuronen der Substantia nigra im Mittelhirn und damit einem Mangel an Dopamin.

Das Mittelhirn bildet mit dem Pons und der Medulla oblongata den Hirnstamm. Das ist eine Regulierungs- und Umschaltstelle. Bei Erregungen afferenter Nerven werden die Signale zum Großhirn geschickt oder auf andere Nervenbahnen umgeleitet.

Hypophyse

Die Hypophyse ist eine Hormondrüse, der eine zentrale übergeordnete Rolle bei der Regulation des neuroendokrinen Systems im Körper zukommt. Die Hypophyse sitzt in einer knöchernen Vertiefung der Schädelbasis auf Höhe der Nase und mitten im Schädel. Eine geläufige deutsche Bezeichnung ist Hirnanhangsdrüse. Die Hypophyse ist mit dem Hypothalamus verbunden und wird in Hypophysenvorderlappen, Hypophysenhinterlappen und Hypophysenzwischenlappen eingeteilt.

Der Hypophysenvorderlappen  macht dreiviertel des Organgewichtes aus und  ist anderen endokrinen Drüsen übergeordnet. Hier wird der Einsatz der glandotropen Hormone gesteuert.
Man unterscheidet zwischen Hormonen, die direkt auf ihre Zielorgane einwirken und solchen, welche die Hormonproduktion nachgelagerter endokriner Drüsen stimulieren.

Direkt auf ihre Zielorgane wirken die Wachstumshormone Somatotropin (STH) und Prolactin. Bei den stimulierenden Hormonen werden die auf die Keimdrüsen (Gonaden) wirkenden gonadotropen Hormone sowie die nichtgonadotropen Hormone, nämlich das die Nebennierenrinde stimulierende adrenocorticotrope Hormon (ACTH) und das die Schilddrüse stimulierende Hormon (TSH) unterschieden.
Im Hypophysenhinterlappen werden keine Hormone gebildet. Das ist ein Speicher- und Sekretionsorgan für die Hormone (Oxytocin und Adiuretin oder Vasopressin), welche im Hypothalamus gebildet werden.

Medulla oblongata (Verlängertes Mark)

Die Medulla oblongata bildet zusammen mit der Brücke (Pons) das Rautenhirn, welches Kerngebiet und Austrittsstelle zahlreicher Hirnnerven ist.

Die Medulla oblongata ist Durchgangs- und Schaltstation aller Nervenbahnen, die vom Rückenmark zum Gehirn und umgekehrt verlaufen. Außerdem ist es die Zentrale für viele Reflexbögen, wie etwa für den Speichelfluss, für Schlucken, Niesen, Husten, Erbrechen und für die Regulation von Atmung und Kreislauf.

Limbisches System

Das limbische System ist das  Zusammenspiel und die daraus erwachsenden  Reaktionen bestimmter Strukturen „in der Mitte“ des Hirns. Der Name „limbisch“ leitet sich von lateinisch Limbus („der Saum“) ab, da die dazugehörigen Strukturen einen doppelten Ring um die Basalganglien und den Thalamus bilden.

Ursprünglich wurde angenommen, dass das limbische System allein der Verarbeitung von Emotionen und der Entstehung von Triebverhalten dient. Heute verweisen Wissenschaftler darauf, dass Emotionen kein monolithisches Phänomen sind, sondern dass ganz unterschiedliche neuronale Substrate z. B. der Furcht oder dem Suchtverlangen zugrunde liegen. Es gebe daher auch keine Rechtfertigung für das Konzept des limbischen Systems als Basis der Emotionen.

Zu den Krankheiten, die auf Störungen des limbischen Systems zurückführen sind, zählt man die Unfähigkeit, emotionale Situationen einschätzen zu können, Gedächtnisstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen (Schlafkrankheit), Autismus, Depressionen, Phobien und  einige andere psychische Krankheiten.

Gehirnprojektionen der Ohrsomatotopie

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Die Somatotopie des Ohres hält für den Hirnbereich die Punkte Hirnstamm, Medulla oblongata, Hypophyse, Thalamus Hypothalamus und Graue Substanz bereit. Sie liegen alle auf der Rückseite des Antitragus und (Medulla) im Wall etwa von C 1 bis C 4. Wer das Gehirn in seinen Funktionsbereichen nicht kennt, dem reicht das bestenfalls aus, um das Gehirn in vorn, hinten, oben oder unten zu verorten. Dabei kann man auffällige Punkte in diesem Bereich differenziert und krankheitsbezogen den Aufgaben der einzelnen Hirnhemisphären zu ordnen. Um diese komplexe Sicht zu ermöglichen, muss man die in der Ohrkarte beschriebenen Punkte nicht als Punkte sondern als (Mittelpunkte von) Areale(n) betrachten, deren Funktionsbereiche im Folgenden leider nur unvollständig beschrieben werden können. Wer mehr über Hirn und deren Funktionen wissen will, sollte sich damit ausführlicher beschäftigen.

Hirnstamm

Lage: Das Areal liegt auf der Innenseite des Antitragus in der Nähe der postantitragalen Furche mit einem kleinen Anteil auf dem Boden in der unteren Conchahälfte und geht hier über in den Bereich der Medulla oblongata (Halswirbelsäule).

Indikationen: Schwindel, neurologische Erkrankungen, meningeale Reizzustände und psychische Veränderungen, Parkinson, Entwicklungsstörungen der Kinder, Hauterkrankungen, Störungen, die sich durch Erregung und Erschöpfung bis zur Depression steigern.

Das Areal wird bei Multipler Sklerose, bei Parkinson oder Schizophrenie besonders interessant. Andererseits ist Zurückhaltung angesagt, weil die Wirkungen insbesondere auf den Krankheitsverlauf der MS nicht vorhersehbar sind.

Die chinesische Handhabung dieses Punktes ist von dieser Vorsicht nicht geprägt. Auch die rigorosen „Implantat Spezialisten“ (Ohrimplantation) lassen sich  nicht abhalten, bei solchen Erkrankungen extensiv vorzugehen.

Das Areal (Hirnstamm) deckt den hinteren Bereich des Großhirns und den des Kleinhirns ab, deren Aufgabe es ist (siehe oben), die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts, die  Aufrechterhaltung des Muskeltonus und die der Koordination der gesamten Muskelbewegungen zu steuern. Andererseits ist die Aufgabe dieses Hirnteiles, automatisierte Bewegungsabläufe zu speichern. Bei Funktionsstörungen des  Organismus, ob sie von außen (Umwelteinflüsse, psychosomatische Zusammenhänge) verursacht oder im Inneren (toxische oder andere lang wirkenden Herderkrankungen) entstanden sind, werden hier Punkte akut reagieren.

Bei der Behandlung dieses Areals ist mit starken Reaktionen zu rechnen. Nogier bezeichnet diesen Punkt als „Meisterpunkt des Okziput“.

Medulla oblongata 

Lage: Steuerungspunkte für die Medulla finden wir in einem Areal auf der Helixkrempe (ZNS)  im unteren Drittel der Helix  in Höhe C1 bis C4 und als Organbereich bildet sich die Medulla oblongata in der Vormauer unterhalb der Anthelix im Segment der Halswirbelsäule (C1 bis C4) ab.

Indikationen: Blockaden im Bereich der Medulla behindern den Informationstransfer zwischen Organismus und Hirn (Durchgangs- und Schaltstation aller Nervenbahnen, die vom Rückenmark zum Gehirn und umgekehrt verlaufen) und führt zu Verkrampfung und allgemeinen gravierenden Störungen, insbesondere mit Bezug auf Speichelfluss, Schlucken, Niesen, Husten, Erbrechen und für die Regulation von Atmung und Kreislauf usw.

Segmente (Behandlungsstrahlen) in diesem Bereich (Halswirbelsäule, Halsmuskulatur, Lungenfeld) weisen generell auf Störungen des peripheren Nervensystems, wie  spontan entstehende, akute (psychosomatische) Reaktionen, u.a. Verkrampfung und Schmerz im HWS-Bereich und dem Brustkorb.

Hypophyse

Lage: Das Areal der Hypophyse im Ohr liegt auf dem zum Gesicht zugewandten Lobulusdrittel, ausschließlich im Bereich der Incisura, d.h. auf dem Rand der Incisura intertragica, darunter in der Kurvatur der Incisura und auf dem Teil des Conchabodens, der von dem Rand der Incisura intertragica umschlossen wird.

Indikationen: Störungen des Hormonhaushalts

In diesem Areal finden wir eine Reihe von zentralen, endokrinen Steuerungspunkten vom „Gonadotropinpunkt, über den zentralen Punkt „Endokrinum“ bis zum „ACTH-Punkt“ (Nebennierenrinde) zu denen zu gegebenem Zeitpunkt ausführlich gesprochen wird. In der klassischen Literatur ist vor allem der Punkt „Endokrinum“, am Boden der von der Incisura umschlossenen Concha bekannt.

Thalamus (Zwischenhirn)

Lage: Das Areal liegt medial auf der Innenseite des Antitragus direkt unter der Antitragusspitze.

Indikationen: Mit dem Punkt „Thalamus“ wird der Zugriff auf ein zentrales Schalt- und Koordinationssystem ermöglicht, das im Dienst der aufsteigenden (sensiblen) und absteigenden (extrapyramidalmotorischen) Bahnen des Zentralnervensystems steht. Die Behandlung über diesen Punkt wirkt generell ausgleichend und regulierend. Er wird daher als Analgesiepunkt (hat auch Bedeutung bei Phantomschmerzen) bezeichnet und ist wirksam sowohl bei Gelenkrheuma, bei Blutdruckproblemen, aber auch  bei Lähmungen, nervösem Tick usw.

Der Thalamus ist die letzte Schaltstelle vor der Großhirnrinde. Hier laufen alle Signale von Sinnesorganen zusammen und werden an die Gehirnrinde weitergegeben. Die Bezeichnung "Tor zum Bewusstsein" bezeichnet diese Leitfunktion des Thalamus für sensorische Information.

Der Thalamus kann aber auch die gesamte Sinneswahrnehmung ausschalten, indem er die Signalweiterleitung zum Cortex blockiert. Das geschieht im Schlaf, wenn die thalamischen Neurone in einen Zustand verfallen, in dem sie für die Weiterleitung der Sinnesinformation nicht mehr zur Verfügung stehen.

(Auf der Vorderseite medial der Basis des Antitragus liegt quasi als Antipode der Punkt „Sonne“.)

Hypothalamus (Zwischenhirn)

Lage: Störungen der Funktion des Hypothalamus bilden sich auf der Rückseite des Antitragus unter dem Thalamus und zwischen den Punkten Thalamus und Hirnstamm ab.

Indikationen: Kreislaufstörungen, Schlafstörungen, Essstörungen, sexuelle Probleme, Depressionen, Trauer usw. Der Hypothalamus  ist der Bereich, in dem Gefühle wie Freude, Angst, Wut und Enttäuschung entstehen. Das System filtriert den Informationsfluss von den Sinnesorganen zum Großhirn und schützt es das Gehirn vor Überlastung.

Das Zwischenhirn regelt auch die Körpertemperatur, den Wasserhaushalt sowie weitere lebenswichtige Körperfunktionen.

Graue Substanz (Großhirnrinde)

Lage: Das Areal liegt auf der Innenseite des Antitragus, auf dem zur Incisura intertragica geneigten  Drittel.

Indikationen: Die graue Substanz umfasst die Bereiche des Gehirns, die an Muskelkontrolle, Sinneswahrnehmungen wie Sehen und Hören, Gedächtnisvorgängen, Gefühlen und Sprache beteiligt sind.  Behandlungen in diesem Areal wirken schmerzstillend, entzündungshemmend und bei nervlicher Belastung ausgleichend und kreislaufregulierend. 
In der Grauen Substanz liegen Gedanken- und Antriebsfelder.  Sie liegen in der Cortex im vorderen Teil des Gehirns und sind wahrscheinlich die Zentren des Denkens und Erinnerns. Nach Lange ist dieser Punkt für alle Schmerzen, die sich im Schmerzzentrum „festgefressen haben“, ein wichtiger Punkt.

 

 

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Stand:  Dienstag, 12. Dezember 2017